So sieht Klimaschutz aus.

Energieeffizienz hoch, Kosten runter

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Beschlüsse der UN-Klimakonferenz in Cancún

23.12.2010 - Umweltschutz, Gesundheit

Nach zweiwöchigen Verhandlungen einigten sich am 10. Dezember die UN-Mitgliedssstaaten in Cancún auf allgemein gültige Richtlinien im Klimaschutz. Im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll gelten diese Beschlüsse der UN-Klimakonferenz 2010 für alle Unterzeichnerstaaten der UN-Klimarahmenkonvention, also auch für China und die USA sowie weitere Schwellen- und Entwicklungsländer. Einzig Bolivien weigerte sich, die Beschlüsse anzuerkennen. Diese sollen ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll vorbereiten. Inwiefern die Staaten jedoch rechtlich an sie gebunden sein werden, bleibt vorerst offen.

Basisprinzipien
Grundsätzlich wurde festgehalten, dass der Klimawandel Gefahren mit sich bringt, die globale Erwärmung „sehr wahrscheinlich“ auf die menschengemachten Treibhausgase zurückzuführen ist und alle Staaten das Ziel anstreben, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Generell sollen die CO2-Emissionen bis 2050 spürbar reduziert werden. Die nächste Klimakonferenz 2011 in Durban soll ein konkretes Ziel festlegen. Auch freiwillige nationale Minderungsziele sind möglich.

Finanzierung und Maßnahmen
Ein „Green Climate Fund“ wird den Klimaschutz und die dazu notwendige Senkung der Emissionen finanzieren. Er soll von einem 24-köpfigen internationalen Gremium verwaltet werden, dem zu gleichen Teilen Vertreter aus den Industrie- und Entwicklungsstaaten angehören. Zunächst übernimmt die Weltbank diese Aufgabe. Ab 2020 werden jährlich 100 Milliarden Euro in diesen Fonds eingezahlt.

Konkrete Anpassungsmaßnahmen der Entwicklungsländer vermindern künftig die Auswirkungen des Klimawandels. Dafür erhalten diese Länder internationale finanzielle Unterstützung. Die jeweiligen Bedürfnisse stellt die Institution „Cancún Adaptation Framework“ fest und koordiniert etwaige Anpassungsstrategien. Planung und Umsetzung erfolgen dann auf nationaler bzw. regionaler Ebene.

Für die CO2-Reduzierung sollen die Entwicklungsländer außerdem die Entwaldung stoppen. Auch dabei helfen die Industrieländern. Zudem sollen die Interessen einheimischer Völker sowie der Schutz der Artenvielfalt (Biodiversität) stärker berücksichtig werden.

Zusatz zum Kyoto-Protokoll
Für die Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls wurde festgelegt, dass diese bis 2020 ihren CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 25 bis 40 Prozent senken. Eine zweite Verpflichtungsperiode soll vor Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 definiert werden.

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